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Das Comeback der deutschen Wirtschaft? Impulse und Highlights der Starnberger See Gespräche 2026

22.09.2026 | Eventbeteiligung von York von Massenbach, Georg Larch, Maria Guggenberger, Tapani Hänninen

Bei bestem Spätsommerwetter und in der malerischen Kulisse des Midgard Hauses in Tutzing am Starnberger See versammelten sich am 17. September 2026 Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. Ihr gemeinsames Ziel bei den diesjährigen Starnberger See Gesprächen der Steinbeis Augsburg Business School: Wege für ein nachhaltiges Comeback der deutschen Wirtschaft aufzuzeigen.

Mittendrin gestaltete das Team von XQI den Tag aktiv mit: Maria Guggenberger, Georg Larch und Tapani Hänninen und York von Massenbach begleiteten die Konferenz gemeinsam mit ihren handverlesenen Gästen. Sie nutzten den exklusiven Rahmen am See für einen sehr persönlichen, intensiven und bereichernden Gedankenaustausch.

Als Sponsor dieser hochkarätigen Veranstaltung erlebte XQI mitreißende Debatten und zukunftsweisende Impulse. Die Kernbotschaften der Speaker verdeutlichen: Ein einfaches „Weiter so“ wird nicht reichen. Es braucht Mut zur Transformation, spürbare Entlastung und den unbedingten Willen zur Gestaltung.

  1. Globale Wettbewerbsfähigkeit und das Ende der Regulierungswut

Den makroökonomischen Rahmen des Tages steckten zwei profunde Kenner der globalen Märkte ab: Joe Kaeser (Aufsichtsratsvorsitzender u.a. Siemens Energy) und Peter Harf (JAB Holding).

  • Strukturelle Reformen: Joe Kaeser plädierte für eine tiefgreifende Modernisierung im Sinne einer „Agenda 2033“ in den Schlüsselbereichen Wirtschaft, Energie, Bildung, Rente und Verwaltung. Er kritisierte die blockierende Regulierungsdichte in Europa. Die Politik müsse verlässliche Leitplanken setzen, statt Märkte zu erdrosseln. Zudem gelte es, die europäische Resilienz durch neue, starke weltweite Partnerschaften abzusichern.
  • Fokus auf Alleinstellungsmerkmale: Peter Harf fand drastische Worte: Deutschland laufe Gefahr, sein gesamtes Geschäftsmodell dauerhaft zu verlieren. Im harten Wettbewerb mit hocheffizienten Akteuren wie China helfe nur die kompromisslose Konzentration auf echte Innovationen und unkopierbare Alleinstellungsmerkmale (USPs).
  1. Die KI-Revolution und der Flaschenhals der Infrastruktur

Künstliche Intelligenz gilt als der zentrale Hebel des kommenden Aufschwungs. Doch diese Technologie benötigt ein stabiles Fundament.

  • Infrastruktur-Ausbau: Agnes Heftberger (Corporate Vice President & President Microsoft Germany) bekräftigte das Bekenntnis zum Standort Deutschland, den Microsoft für künftige Investitionen fest einplant. Gleichzeitig warnte sie vor drohenden Engpässen bei Rechenzentren ab 2028. Hier müsse Deutschland massiv an Ausbaugeschwindigkeit zulegen.
  • Der Faktor Mensch: Der ehemalige Bitkom-Präsident Achim Berg skizzierte die Arbeitswelt von morgen, in der hochqualifizierte „Unicorn-Mitarbeiter“ Heerscharen digitaler KI-Agenten dirigieren. Er rüttelte das Publikum beim Thema „Go-to-Market“ wach: Deutschland glänze in der Grundlagenforschung, agiere bei der Markteinführung jedoch zu zögerlich. Sein Appell: Mehr unternehmerisches Risiko und der Mut, Zweitmärkte wie die USA schnell zu erschließen.
  1. Kreativität ist Ungehorsam: Das Plädoyer für den Kontrollverlust

Für den inspirierenden Höhepunkt des Tages sorgte Werbe-Ikone Jean-Remy von Matt (Mitgründer Jung von Matt). Seine These: „Kreativität ist Ungehorsam. Und davon brauchen wir mehr!“

Von Matt konstatierte eine Innovationskrise der deutschen Werbelandschaft – die bekanntesten Slogans des Landes seien alle über 20 Jahre alt. Neuen Ideen stünden meist drei Barrieren im Weg:

  1. Bedenken: Sie tarnen sich als rationale Vernunft, während emotionale Begeisterung im Business oft zu kurz kommt.
  2. Prinzipien: Sie fungieren oft nur als bequeme Verweigerung, neu zu denken.
  3. Mangelnder Mut: Wer Neues schafft, begibt sich ins Ungewisse. Mut bedeute die Bereitschaft zum Kontrollverlust. Frei nach Formel-1-Weltmeister Mario Andretti: „Wenn du alles unter Kontrolle hast, fährst du zu langsam.“

In seinen Anekdoten aus der 40-jährigen Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsunternehmer Erich Sixt veranschaulichte von Matt, was mutiges Marketing bewirken kann. Ob das auf einer Serviette skizzierte „Bettler-Motiv“ („Damit wir weiterhin günstig Autos vermieten können, haben wir unsere Werbeleute in den Preis gedrückt“) oder eine freche Kampagne zur Diebstahlrate osteuropäischer Mietwagen – solche Meilensteine wären in der heutigen, extrem sensiblen „Entrüstungskultur“ kaum noch durchsetzbar.

Zur künstlichen Intelligenz positionierte er sich pragmatisch: Zwar drohe der kreative Muskel langfristig zu erschlaffen, kurzfristig sei KI jedoch ein genialer Beschleuniger, der die Angst vor dem leeren Blatt Papier nehme.

  1. Nachhaltigkeit, Transformation und gesellschaftliche Verantwortung
  • Green Tech als Treiber: Wie ökologisches Handeln als Business-Modell funktioniert, demonstrierte Andreas Weißenbacher (BWT). Seine innovativen Filtertechnologien beweisen, dass weltweit höchste Wasserqualität ohne Plastikmüll und CO₂-intensive Transportwege realisierbar ist.
  • Auszeichnung des Mittelstands: Passend dazu würdigte Prof. Dr. Daniel Graewe mit der Verleihung des Preises „Familienunternehmer 2025 – die Transformation des Jahres“ die enorme Anpassungsfähigkeit des deutschen Mittelstands.
  • Soziales Engagement: Dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung zusammengehören, unterstrichen Lina und Joshua Kimmich. Sie stellten ihre „Glaub an dich“-Stiftung vor, die sozial benachteiligte Kinder sowie Hilfs- und Mutterhäuser in München unterstützt – ein Vortrag, der das Auditorium tief bewegte.
  • Der humorvolle Spiegel: Zuvor hatte Kabarettistin Luise Kinseher den Anwesenden mit scharfzüngigen bayerischen Sottisen auf die Landespolitik einen humorvollen Spiegel vorgehalten.

Unser Fazit: Kontakte leben vom Dialog vor Ort

Ein wirtschaftliches „Comeback“ lässt sich nicht durch Abwarten herbeiführen. Es entscheidet sich an Tatkraft, Entbürokratisierung, technologischem Mut und kreativer Freiheit.

Wir bei XQI blicken mit Stolz darauf zurück, dieses richtungsweisende Event als Sponsor unterstützt zu haben. Der Tag hat einmal mehr bewiesen: Belastbare Netzwerke leben vom persönlichen Austausch. Die unzähligen Gespräche auf der Terrasse des Midgard Hauses und beim anschließenden Abendessen haben uns mit frischen Perspektiven bereichert.

Unser herzlicher Dank gilt Michael Kieppe und Andreas Renner, die als Moderatoren mit großer Souveränität, Eloquenz und Präzision durch das anspruchsvolle Programm leiteten, sowie der Steinbeis Augsburg Business School für die exzellente Organisation.

Die Gespräche am See sind vorüber – der Dialog über die Zukunft unserer Wirtschaft fängt jetzt erst an. Wir freuen uns darauf, diese Impulse gemeinsam mit unseren Kunden und Partnern weiterzuentwickeln!