Validierung & Verlagerung
Das Mandat startete mit dem Auftrag, den bereits angedachten Verlagerungsplan von Deutschland nach Bulgarien hinsichtlich Machbarkeit und Kosten/Nutzen zu validieren, statt ihn ungeprüft umzusetzen. Der Auftrag der Geschäftsführung umfasste dabei sowohl die strategische Grundsatzprüfung als auch die operative Begleitung der Produktionsverlagerung inklusive vollständiger Integration der Produktion in Bulgarien.
Standortwechsel & Transitionsrisiken
Es fehlte an Transparenz über Ist-Kosten, Investitionsbedarf und Wirtschaftlichkeit als Grundlage für die Ja/Nein-Entscheidung. Gleichzeitig musste die Lieferfähigkeit während der Transition gesichert werden, insbesondere mit Blick auf das Risiko eines Produktionsslowdowns nach der Ankündigung.
Hinzu kamen Kapazitätsengpässe und eine noch unzureichende Prozessreife am Zielstandort in Bulgarien sowie die Absicherung des Know-how-Transfers bei gleichzeitig sozialverträglichem Personalabbau in Deutschland. Zudem war eine Bewertung alternativer Sourcing-Optionen zwischen Bulgarien und China erforderlich.
Zweistufiger Absicherungsplan
Es wurde ein zweistufiger Ansatz verfolgt:
Zunächst die Validierung von Machbarkeit sowie Kosten und Nutzen im Vergleich von Baseline und Szenario A, anschließend die Steuerung der Umsetzung.
Parallel dazu wurde ein sofortiges Risikomanagement zur Absicherung der Lieferfähigkeit in der kritischen Transitionsphase aufgesetzt. Die bulgarische Fertigung sollte weiterentwickelt und die Sourcing-Strategie zwischen Bulgarien und China SWOT-basiert geprüft werden. Ergänzend wurden eine aktive Personalstrategie in Bulgarien sowie stabile Planungsprozesse und laufendes Risikomanagement als Grundlage für den Übergang in den Normalbetrieb aufgebaut.
Operative Steuerung & HR-Maßnahmen
Die Umsetzung umfasste eine GF-Entscheidungsvorlage samt GuV-Simulation (2026–2030) für Baseline und Szenario A.
Zur Absicherung der Lieferfähigkeit in Q3/Q4 wurden das interne Announcement verschoben und Zusatzbestellungen in China platziert. Kapazitätsengpässe in Bulgarien wurden durch einen Maschinentransfer und eine SWOT-Analyse gelöst. HR-seitig wurden eine Bleibe-Prämie eingeführt, neue Führungskräfte in Bulgarien rekrutiert sowie die Werksschließung in Deutschland rechtlich vorbereitet. Eine rollierende 12-Monatsplanung und Risikotracking sicherten den operativen Übergang.